Interview-Serie No.3 – Elise Chabbey
11. Mai 2021

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Die Schweizer-Meisterin (Strasse) Elise Chabbey startete an den Olympischen Spielen in London – im Kajak. Letztes Jahr hängte Sie während des Lockdowns ihr Fahrrad vorübergehend an den Nagel und arbeitete im Spital in Genf als Ärztin.
Dieses Jahr nun, setzt Elise Chabbey voll auf den Radsport.

Tour de Suisse: «Elise, Du bist Kajak gefahren, danach machtest Du Trail-Running – wie kamst Du zum Radsport?»

Elise Chabbey: «Ich begann sehr jung mit dem Kajak. Später als ich mein Medizinstudium begann, suchte ich nach einem Sport, welcher wenig Zeit beansprucht. So begann ich mit dem Rennen. Dadurch entdeckte ich Trail-Running, was ich sehr mochte. Als ich mich aber verletzte, durfte ich fast nichts mehr – ausser Rad fahren. Zusammen mit meinem Ex-Freund begann ich also Rad zu fahren. Es gefiel mir immer besser, ich startete an einigen Grand Fondos, und dann lud mich ein Team ein, für sie zu fahren – et voila!»
lacht

TdS: «Was magst Du an Wettkämpfen?»

EC: «Als ich nach Olympia mit dem Kajaksport aufhörte, sagte ich mir: „nie wieder!“. Ich hatte die Nase voll! Aber irgendwie liegt es in meiner Natur; ich mag es, die Sachen richtig zu machen, seriös, und ich mag das Adrenalin an Wettkämpfen – und zu gewinnen!»
lacht

TdS: «Der Radsport unterscheidet sich ja stark von Kajak und dem Laufsport  – nicht nur vom körperlichen Aspekt her, sondern auch in Bezug auf Teamsport und all den Spezialisierungen wie „Sprinter“, „Kletterer“ oder „Gesamtklassements-Fahrer“. Wie hast Du dich in der Welt des Radsports eingelebt?»

EC: «Radsport ist wirklich komplett anders! Es ist auch so viel professioneller. Früher beim Kajak oder Trail-Running waren wir eine grosse Familie, es gab kaum Budget, Entlöhnung oder Preisgeld. Dafür auch mal ein Fest.
Im Radsport dagegen ist alles sehr seriös – und ein Teamsport. Manchmal denke ich, dass es etwas schade ist, dass viele Leute nicht verstehen, dass wir als Team fahren.»

TdS: «Was für ein Typ Fahrerin bist Du, Elise?»

EC: «Schwer zu sagen! lacht Ich mag harte Rennen, mit Steigungen, wo man den ganzen Tag hart kämpfen muss. Mein Fahrstil ist aggressiv. Ich mag es in Fluchtgruppen zu gehen, zu attackieren.
Manchmal geht es schief und ich explodiere, aber an anderen Tagen kann es funktionieren und ich kann dem Team helfen oder selber ein Resultat herausfahren.»

TdS: «Im Juni startest Du zur Premiere der Tour de Suisse Women. Was geht dir dabei durch den Kopf?» 

EC: «Ich freue mich unglaublich, endlich in der Schweiz professionell Rennen zu fahren – das gab es bis anhin ja nicht.
Umso mehr auch da ich in diesem wunderschönen Landesmeisterinnen Trikot starten werde. Das macht mich unglaublich stolz. Es ist cool zu Hause zu fahren!»


TdS: «Elsie, Merci und wir wünschen dir für all deine Rennen viel Glück und freuen uns dich an der ersten Ausgabe der Tour de Suisse Women fahren zu sehen.»

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